Ehrenamt des Quartals IV: Koordinierungsstelle Interkulturelles Neu-Ulm

Im Rahmen des Netzwerks Ehrenamt stellt die Neu-Ulmer Ehrenamtsbörse jedes Quartal eine Organisation oder einen Verein aus dem Netzwerk vor. In diesem Quartal präsentieren wir die Koordinierungsstelle Interkulturelles Neu-Ulm mit Sitz im Rathaus Neu-Ulm. Im Interview haben wir die Mitarbeiterinnen Silvia Godano und Ildikó Dienel nach Aufgaben und Zielen gefragt.

Die Koordinierungsstelle Interkulturelles Neu-Ulm ist strategisch ausgerichtet und begleitet die Integrationsarbeit der Stadt Neu-Ulm. Sie sieht sich überall dort, wo Integration stattfindet und tritt als Schnittstellenmanagerin zwischen der Integrationsarbeit in den Sozialräumen und der Verwaltung auf. Sie überblickt die Projekte und Aktivitäten der Träger und Akteure der Integrationslandschaft, stimmt sie ab, schafft Kooperationen, initiiert Projekte und trägt Bedarfe in die Kommunalverwaltung.

Mitwirkung beim Integrationskonzept

Bei der Erstellung des umfangreichen Integrationskonzeptes der Stadt Neu-Ulm, das in 2018 verabschiedet wurde, war die Koordinierungsstelle federführend. In einem mehrmonatigen Prozess wurden die Bedarfe und Erwartungen an die Integrationsarbeit in der Stadt Neu-Ulm erhoben und die aktuellen Angebote, Ideen und Erfahrungen aller Beteiligten zusammengetragen. Anschließend wurden konkrete strategische Ziele und Bausteine zur Erreichung dieser Ziele in den Bereichen Arbeitsmarkt, Bildung und Sprache, Gesellschaftliche Teilhabe, Wohnen, Vernetzung und Transparenz erarbeitet.

Die Koordinierungsstelle überprüft regelmäßig die Erreichung der gesteckten Ziele. Außerdem baute sie aus den Hauptakteuren das „Netzwerk Integration“ auf, das in regelmäßigen Treffen Austausch ermöglicht und Transparenz schafft.

Unterschiedlichste Kooperations-Projekte

Auch Einzelprojekte in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Kooperationspartnern werden von der Koordinierungsstelle auf den Weg gebracht und durchgeführt. So beispielsweise „Willkommen daheim“, das Kooperations-Projekt mit der Neu-Ulmer Ehrenamtsbörse, in dem Ehrenamtliche den Neubürgern in 3*3 Stunden ihre Stadt zeigen. Oder die Antirassismus-Kampagne „Neu-Ulm zeigt Gesicht gegen Rassismus“, die in Kooperation mit den Neu-Ulmer Courage-Schulen durchgeführt wurde. Die Schüler fotografierten Vertreter von Institutionen, Vereinen sowie Unternehmen, wobei die Fototermine als Anlass weiterführende Gespräche dienten – allerdings war die Resonanz so groß, dass nicht alle Interessierten fotografiert werden konnten. Die zahlreichen Neu-Ulmer „Gesichter gegen Rassismus“ wurden in der internationalen Woche gegen Rassismus (ab 16.3.) sowohl in der Stadt als auch in den Social Media sichtbar.

Geplant ist außerdem eine Karikaturenausstellung zu den Themen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Kooperation mit dem Landratsamt. Sie soll voraussichtlich vom 11. bis 22. Januar 2021 in der Glacis-Galerie stattfinden und einen interaktiven Rahmen mit Workshops etc. erhalten, an dem sich auch Schulen aktiv beteiligen können.

Auch die Förderung des interkulturellen Dialogs bildet einen wichtigen Baustein der Arbeit der Koordinierungsstelle: hierbei ist die Kooperation mit städtischen Institutionen (z.B. Stadtbücherei oder Edwin Scharff Museum) wesentlich. 

Internationaler Beirat als Brückenbauer

Die Koordinierungsstelle Interkulturelles Neu-Ulm ist außerdem die Geschäftsstelle des internationalen Beirats, der aus 24 Neu-Ulmer Ehrenamtlichen mit Migrationshintergrund besteht und die Stadtverwaltung in Sachen Integration berät oder eigene Themen einbringt. Der Beirat erhält ein eigenes Budget für Veranstaltungen sowie Projekte und hat die Aufgabe die Brücke zwischen Verwaltung und den Neu-Ulmer Bürgern aus über 100 verschiedenen Nationen zu schlagen.

Der internationale Beirat wird 2020 neu berufen. Unter dem Motto „Wir suchen neu“ möchte die Stadt Neu-Ulm Menschen mit Migrationshintergrund, die sich in der Stadt engagieren möchten, ansprechen. Wer mindestens 18 Jahre alt ist, den Hauptwohnsitz in Neu-Ulm hat, mit dem Thema Interkulturalität vertraut ist und sich bereits ehrenamtlich engagiert, kann sich bis zum 22. Juni 2020 bewerben. Ausführliche Informationen über das Auswahlverfahren und die Aufgaben des Beirats sind ab dem 11. Mai unter www.wirsuchenneu.de zu finden.

Weitere Informationen zu allen Themen finden Sie unter: www.internationales.neu-ulm.de

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